Umweltschule

Extreme Wetterkapriolen, Plastik in den Weltmeeren, Insektensterben, Luftverschmutzung, … Solche Themen treten seit Jahren, aber (zumindest gefühlt) vor allem in letzter Zeit gehäuft in den Medien auf. Und auch vor der eigenen Haustür kann man extreme Wetterlagen spüren, diskutiert man über eine zunehmende Luftverschmutzung und klagt über zu viele Pestizide in der Landwirtschaft.

Die Schulgemeinschaft des GBG möchte auf zwei Ebenen einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Auf einer ersten, ganz konkret greifbaren Ebene lassen sich direkte Maßnahmen aufzählen. So wird der in der Schule anfallende Müll nach Restmüll, Verpackungen und Altpapier getrennt und entsorgt. Damit wird das Recycling unterstützt und Müllberge bzw. die Müllverbrennung minimiert. Das in der Schule verwendete Kopierpapier wird aus Altpapier hergestellt und die Auszeichnung mit dem „Blauen Engel“ wird bei der Anschaffung berücksichtigt. Auch den Schülerinnen und Schülern wird mit der Ausgabe der Materiallisten zu Beginn eines jeden Schuljahres ans Herz gelegt, beim Einkauf auf Produkte aus Altpapier zu achten. Heutzutage ist Altpapier von sehr guter Qualität und hat schon längst nicht mehr den Ruf verdient, gräuliches Ökopapier zu sein. Auch die Umwelteigenschaften überzeugen: Bei der Herstellung von Produkten aus Altpapier wird weniger Wasser als bei neuen Papierprodukten benötigt und es wird keine Zellulose aus Holz verwendet. Die Verwendung von Altpapier ist wohl die einfachste und greifbarste Art, einen Stoffkreislauf sichtbar zu machen. Der richtig entsorgte Papp- und Papiermüll landet irgendwann wieder als Schreibheft oder als Arbeitsblatt auf dem Tisch der Schülerinnen und Schüler.

Durch gezielte Stoßlüftung im Winter und den sparsamen Umgang mit dem Licht in den Klassenzimmern soll Energie eingespart werden. Hier ist der Effekt nicht so offensichtlich, denn es lässt sich für die Schulgemeinschaft nicht nachvollziehen, wie viel Energie verbraucht und ob gegebenenfalls etwas eingespart wurde. Im eigenen Heim merkt man dies an der jährlichen Stromrechnung. Im Jahr 2014 konnte dies jedoch auch am GBG erfahren werden. Durch gezielte Energieeinsparung konnten innerhalb von drei Jahren über 22800kg Kohlendioxid eingespart werden, was die Stadt Seelze mit 2626,39€ belohnte.

Auf der zweiten Ebene soll ein Bewusstsein für ein umweltfreundliches Verhalten geschaffen werden, das nachhaltig wirkt. Dies bezieht sich nicht nur auf die Schülerinnen und Schüler unserer Schule, sondern auch -vielleicht sogar ganz besonders- auf die Lehrkräfte und die weiteren Mitarbeitenden am GBG. Dabei ist es schwierig, einen guten Mittelweg zwischen externer Belehrung und eigenem Antrieb zum umweltbewussten Verhalten zu finden. Denn eine ressourcenschonende und umweltbewusste Einstellung kann nicht erzwungen werden, sondern muss auf Einsehen und Verständnis basieren können. Dazu gibt es in jeder Klasse am GBG eine Klimalotsin bzw. einen Klimalotsen. Diese Personen werden zu Beginn eines Schuljahres schulintern durch eine Lehrkraft, die für Umwelt- und Klimaschutz am GBG zuständig ist (zurzeit Herr Rüter), geschult und sollen ihr Wissen über Energiesparen, Müllvermeidung und -trennung in die jeweilige Klasse und damit in die gesamte Schulgemeinschaft transportieren. Mit diesem Ansatz soll sich ein Umweltbewusstsein unter den Schülerinnen und Schülern ohne den pädagogischen Zeigefinger der Lehrkräfte verbreiten. Die gewählten Klimalotsinnen und -lotsen treffen sich hin und wieder jahrgangsübergreifend zu bestimmten Aktionen, wie z.B. dem Besuch eines Vortrages vom Wetterexperten Frank Böttcher, der die Zuhörenden im Raschplatzkino in Hannover auf eine Reise durch das extreme Wetter der Erde mitnahm. Bilder und Videos von spektakulären Wetterphänomenen, gespickt mit den interessant aufbereiteten Informationen durch Frank Böttcher machten eindrucksvoll deutlich, welche Kräfte die Natur entfalten kann – und es wurde deutlich, dass bestimmte Extremwetterlagen in den letzten Jahrzehnten durch die Klimaerwärmung zugenommen haben. Die Klimalotsinnen und Klimalotsen fungieren in solchen Fällen als Multiplikatoren.

Hinsichtlich der Thematik gibt es noch viel zu tun – auch und vor allem am GBG. Hier seien einige Aspekte genannt, die angegangen werden könnten. So sollte es ein großes Ziel sein, den anfallenden Müll zu reduzieren und hier ganz besonders den Plastikmüll zu vermindern. Folien, Verpackungen und Einwegflaschen müssen aufwendig recycelt werden oder landen im schlimmsten Fall in der Natur, wo Plastik mehrere hundert Jahre überdauert. Ein weiterer Aspekt könnte das Stromsparen sein. In vielen Bereichen der Schule brennt durchgehend das Licht, Bewegungsmelder in Fluren könnten eine Lösung sein. Dies wäre aber natürlich nur in Zusammenarbeit mit dem Schulträger möglich und benötigt höhere Investitionskosten, die sich erst nach einigen Jahren amortisieren würden. Ein weiterer Bereich, der zu einem umweltbewussten Denken anregen könnte, ist die Gestaltung eines Schulgartens, der zurzeit durch Baumaßnahmen nicht vorhanden ist. Ein Schulgarten kann insektenfreundlich gestaltet werden und Futter für die (schuleigenen) Bienen bereitstellen. Außerdem könnten im Schulgarten Obst und Gemüse angebaut und nach der Ernte verzehrt werden. Dies kann zu einem sensibleren Umgang mit Lebensmitteln und damit wiederum zu einer ressourcenschonenden Einstellung führen.

Steffen Rüter

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